Durchbruch in der Entzündungsforschung: Nanokörper stoppen tödlichen Zellmechanismus
Elias KochDurchbruch in der Entzündungsforschung: Nanokörper stoppen tödlichen Zellmechanismus
Ein internationales Forschungsteam hat neue Details darüber aufgedeckt, wie Gasdermin D (GSDMD) während Entzündungsprozessen den Zelltod auslöst. Unter der Leitung des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn nutzte die Studie spezielle Nanokörper, um diesen Mechanismus zu blockieren. Die Ergebnisse könnten den Weg für neue Therapien bei Erkrankungen wie Sepsis oder autoinflammatorischen Störungen ebnen.
GSDMD spielt eine zentrale Rolle in der Entzündungsreaktion, indem es Poren in Zellmembranen bildet. Wird es aktiviert, wird ein hemmender Abschnitt entfernt, sodass seine N-terminale Domäne in die Plasmamembran eindringen kann. Erst nach diesem Einbau verknüpft sich die Domäne zu größeren Komplexen und bildet zerstörerische Poren.
Das Team entwickelte sechs Nanokörper, die gezielt GSDMD angreifen. Zwei davon wurden in menschliche Makrophagen eingebracht und verhinderten erfolgreich die Porenbildung sowie den Zelltod. Bemerkenswerterweise wirkten die Nanokörper selbst dann, wenn sie von außen als gereinigte Proteine appliziert wurden.
An der Forschung waren auch das Walter and Eliza Hall Institute für medizinische Forschung in Australien und das Whitehead-Institut für biomedizinische Forschung in den USA beteiligt. Durch die Blockade der Oligomerisierung der N-terminalen Domäne von GSDMD verhinderten die Nanokörper, dass sich mehrere Einheiten zu schädlichen Strukturen zusammenlagern.
Die Studie liefert eine klare Abfolge der Ereignisse beim GSDMD-vermittelten Zelltod. Gleichzeitig zeigt sie auf, wie Nanokörper zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden könnten, die auf einer übermäßigen Porenbildung beruhen. Weitere Forschungen könnten ihre Anwendung bei Sepsis, autoinflammatorischen Erkrankungen und anderen entzündlichen Störungen untersuchen.






