30 May 2026, 20:17

Deutschlands Energiewende: Warum Gaskraftwerke die umstrittene Übergangslösung bleiben

Deutschland erreicht den Energieübergang mit Gas-Kraftwerken

Deutschlands Energiewende: Warum Gaskraftwerke die umstrittene Übergangslösung bleiben

Deutschland steht vor einem tiefgreifenden Wandel seiner Energieversorgung, da das Land schrittweise aus der Kohle- und Atomkraft aussteigt. Gaskraftwerke sollen dabei eine zentrale Rolle im Übergang spielen – doch es gibt weiterhin Herausforderungen bei den Kosten und der langfristigen Nachhaltigkeit.

Eine aktuelle Studie warnt, dass bis 2030 bis zu 43 Gigawatt neue Gaskapazitäten notwendig sein könnten, um die Versorgungssicherheit während des Ausbaus der Erneuerbaren zu gewährleisten. Unklar bleibt jedoch, ob Wasserstoff rechtzeitig natürliches Erdgas ersetzen kann, um die Klimaziele zu erreichen.

Stand Anfang Januar verfügten Deutschlands Gaskraftwerke über eine Gesamtleistung von knapp 31 Gigawatt. Im Vergleich zu Kohlekraftwerken stoßen sie rund 65 Prozent weniger CO₂ aus und gelten damit als die sauberere Übergangslösung. Der Energiekonzern RWE betreibt derzeit Gaskraftwerke mit einer Leistung von vier Gigawatt in Deutschland und plant, mindestens zwei weitere Gigawatt hinzuzufügen.

Die Bundesregierung strebt an, bis 2038 aus Kohle- und Atomstrom auszusteigen – idealerweise bereits bis 2030. Ein beschleunigter Kohleausstieg könnte jedoch den Bau von 23 Gigawatt neuen, wasserstofftauglichen Gaskraftwerken erfordern. Das Problem: Die Umrüstung dieser Anlagen auf Wasserstoff wäre technisch aufwendig und teuer. Zudem wird Wasserstoff voraussichtlich noch Jahre lang knapp und kostspielig bleiben.

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Gaskraftwerke gelten als vorübergehende Lösung, um Schwankungen bei den Erneuerbaren auszugleichen. Langfristig könnten jedoch der Ausbau von Speicherkapazitäten und Stromnetzen die Abhängigkeit von Gas verringern. Die Gasindustrie hat bereits die Methanemissionen auf etwa 0,3 Prozent der Förder- und Transportmengen reduziert und so kurzfristig die Effizienz verbessert.

Der geplante Ausbau der Gaskraftwerke zeigt die Abwägungen in der deutschen Energiewende auf. Zwar sind sie eine CO₂-ärmere Alternative zu Kohle, doch ihre langfristige Zukunft hängt davon ab, ob Wasserstoff in großem Maßstab verfügbar wird. Ohne entscheidende Fortschritte könnte das Land sonst noch weit in die 2030er Jahre hinein mit höheren Kosten und anhaltenden Emissionen aus der Gasnutzung konfrontiert sein.

Quelle