05 June 2026, 17:07

COP23 in Bonn: Wie das Pariser Abkommen die globale Klimapolitik revolutioniert

Worüber wird auf der COP23 gesprochen?

COP23 in Bonn: Wie das Pariser Abkommen die globale Klimapolitik revolutioniert

Die 23. Weltklimakonferenz (COP23) findet derzeit in Bonn statt. Vom 6. bis 17. November versammeln sich dort rund 25.000 Delegierte und Besucher, um über die Weiterentwicklung des Pariser Abkommens zu beraten – eines historischen Übereinkommens aus dem Jahr 2015, das die globale Klimapolitik grundlegend veränderte, indem es starre Vorgaben durch freiwillige Selbstverpflichtungen ersetzte.

Vor dem Pariser Abkommen legte das Kyoto-Protokoll verbindliche Emissionsziele für die Industrieländer – die sogenannten „Anlage-I-Staaten“ – fest. Entwicklungsländer, die nicht zu dieser Gruppe zählten, unterlagen keinen Beschränkungen und konnten ihre Emissionen sogar erhöhen. Das Pariser Abkommen setzte stattdessen auf einen anderen Ansatz: Statt Strafen führt es ein System der öffentlichen Bloßstellung ein. Staaten, die ihre Zusagen nicht einhalten, müssen nun mit internationalem Druck und öffentlicher Kritik rechnen.

Auf der COP23 arbeiten die Teilnehmer an der Ausgestaltung des „Pariser Regelbuchs“, das Meldeverfahren und Maßnahmen zur Stärkung der Klimaziele festlegt. Schritt für Schritt erhält das Abkommen durch die laufenden Verhandlungen auf diesen Konferenzen mehr verbindliche Mechanismen. Craig Morris, Senior Fellow am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) und Hauptautor des Buches Die globale Energiewende, erörterte diese Entwicklungen in der zweiten Folge seines Podcasts Mensch und Umwelt in einer sich wandelnden Welt.

Rund 10.000 Akteure sind aktiv in die Gespräche eingebunden, mit dem Ziel, verbindliche Standards für die Erfassung und Verbesserung nationaler Klimamaßnahmen zu schaffen. Der Verzicht auf die starren Sanktionen des Kyoto-Protokolls spiegelt eine grundsätzliche Strategieänderung wider: Statt auf Bestrafung setzt man nun auf Ehrgeiz durch Transparenz und öffentlichen Druck.

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Mit seinem Ansatz aus freiwilligen Zusagen und öffentlicher Rechenschaftspflicht markiert das Pariser Abkommen einen deutlichen Bruch mit früheren Klimavereinbarungen. Während die COP23 weitergeht, werden die Diskussionen prägen, wie Staaten ihre Fortschritte berichten und zu stärkerem Handeln gedrängt werden. Die Ergebnisse werden zeigen, ob allein der Druck der internationalen Gemeinschaft ausreicht, um spürbare Reduktionen der globalen Emissionen zu erreichen.

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