Christian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft ihm digitalen Identitätsmissbrauch vor
Elias KochChristian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft ihm digitalen Identitätsmissbrauch vor
Der deutsche Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau, Collien Fernandes, ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, sie im Internet verkörpert zu haben, indem er unter ihrem Namen explizite Inhalte verbreitete und virtuelle Beziehungen einging. Die Anschuldigungen haben die Debatte über Ulmens frühere Reality-TV-Formate neu entfacht, die heute viele als frauenfeindlich kritisieren.
Der Fall wirft zudem Fragen auf, die in die breitere Diskussion über Missbrauch und Verantwortung passen – etwa das viel geteilte Zitat der Überlebenden Gisèle Pelicot: "Die Scham muss die Seite wechseln."
Ulmen wurde in den mittleren 2000er-Jahren mit Mein neuer Freund bekannt, einer Reality-Show, in der Frauen gegen Bezahlung ihre schrecklichen Freunde ihren Familien vorstellten. Woche für Woche spielte Ulmen dabei einen anderen unerträglichen Partner, der die Frauen oft durch sein Verhalten zum Aufgeben trieb. Eine seiner berüchtigtsten Rollen war die des Alexander von Eich, eines reichen, aristokratischen Snobs.
Jahre später, 2011, produzierte und moderierte er auf Tele 5 die Sendung Wer will meine Freundin vögeln? Darin traten Männer in erniedrigenden Challenges gegeneinander an – etwa durch Bordellbesuche –, um zu beweisen, wer die "heißeste" Freundin hatte. Kritiker bezeichnen beide Formate seit Langem als ausbeuterisch und frauenverachtend.
Fernandes, die ihre Geschichte öffentlich machte, bezeichnete Ulmens Handlungen als "virtuelle Vergewaltigung" und einen massiven Grenzverstoß. Sie behauptet, er habe unter ihrem Namen Fake-Profile angelegt, pornografisches Material verbreitet und sogar TelefONSEX geführt, während er vorgab, sie zu sein. Als die Beziehung 2010 bekannt wurde, fragten sich manche, warum sich Fernandes, die als brillante Intellektuelle gilt, mit ihm einließ.
Ihr Bericht reiht sich in eine wachsende Zahl realer Fälle ein, in denen Frauen Männer des digitalen Missbrauchs und der Manipulation bezichtigen.
Die Vorwürfe gegen Ulmen haben zu einer erneuten Prüfung seiner Vergangenheit und seines Verhaltens geführt. Fernandes' Entscheidung, sich zu äußern, trägt zu der größeren Debatte über Verantwortung in Missbrauchsfällen bei. Online fordern viele, dass die Scham endlich von den Betroffenen auf die Täter übergeht.






