Bürgerbewegung rettet SRG: Wie zwei Werber die Schweiz überraschten
Eine öffentliche Abstimmung hat Pläne zur Kürzung der Mittel für den schweizerischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk SRG mit großer Mehrheit abgelehnt. Das Ergebnis überraschte viele: Über 60 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich gegen die Sparinitiative aus. Hinter dem Erfolg stand eine ungewöhnliche Basisbewegung, angeführt von zwei Werbefachleuten ohne offizielle Unterstützung.
Laura Zimmermann und David Schärer starteten ihre Gegenkampagne im Sommer 2025. Anders als bei den meisten politischen Initiativen in der Schweiz verfügten sie weder über einen Auftrag des SRG noch über große Geldgeber. Stattdessen setzten sie auf Crowdfunding und sammelten überraschend hohe 1,5 Millionen Schweizer Franken.
Das Duo wählte einen unkonventionellen Ansatz: Mit professionellen Umfragen und Fokusgruppen gestalteten sie ihre Botschaften – eine in der Schweizer Abstimmungskultur seltene Taktik. Ihre Kampagne setzte auf prägnante Schirm-Slogans wie "Gute Nacht" oder "Gute Nacht, Regionaljournalismus", die unterschiedliche SRG-Unterstützer ansprechen sollten.
Ein Plakat mit "Gute Nacht, Lauberhorn" löste eine Debatte aus, nachdem ein Vertreter des Schweizer Olympischen Komitees behauptete, das berühmte Skirennen könnte trotzdem übertragen werden. Trotz der Kontroverse ging die Rechnung auf. Das klare Nein bei der Abstimmung veranlasste Nationalrat Ueli Schmezer nun, Bundesrat Albert Rösti zur Zukunft der Empfangsgebühr zu befragen. Eine Antwort des Bundesparlaments wird für den Montag nach der Volksabstimmung erwartet.
Die Kritik an Röstis Plänen wird lauter. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth bezeichnete die Medienfrage als "grundsätzliche Machtfrage" und lehnte den Vorschlag des Ministers ab, die Gebühr auf 300 Franken zu senken.
Die Abstimmung hat vorerst Budgetkürzungen beim SRG verhindert. Zimmermanns und Schärers Kampagne – finanziert durch Crowdfunding und datenbasierte Kommunikation – spielte dabei eine entscheidende Rolle. Mit Schmezers parlamentarischer Anfrage steht die Debatte um die Empfangsgebühr jedoch noch bevor.






