30 June 2026, 04:13

Bundesweite Razzia enthüllt systematische Ausbeutung bei Paketdiensten

Subunternehmer im Fokus: Landesweite Zoll-Aktion gegen Schwarzarbeit in der Paketbranche

Bundesweite Razzia enthüllt systematische Ausbeutung bei Paketdiensten

Großrazzia bei Paketdiensten deckt flächendeckende Rechtsverstöße auf

Eine bundesweite Kontrolle von Paketzustelldiensten in Deutschland hat schwerwiegende und weitverbreitete Gesetzesverstöße ans Licht gebracht. Über 2.900 Zollbeamte prüften Unternehmen der Branche und stießen dabei auf Probleme wie nicht angemeldete Beschäftigungsverhältnisse und illegale Arbeitspraktiken.

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Der Paketversandsektor ist mit dem Boom des Onlinehandels rasant gewachsen, sieht sich jedoch weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert – darunter Fachkräftemangel und eine starke Abhängigkeit von Subunternehmern. Große Konzerne wie Amazon, DPD, Hermes und GLS lagern einen erheblichen Teil ihrer Logistik an diese Dienstleister aus.

Besonders gravierende Missstände wurden bei Kontrollen in Köln und Münster aufgedeckt. In Köln überprüften die Behörden 27 Betriebe, in Münster 16. Dabei zeigte sich, dass Fahrern Arbeitsstunden nicht vergütet wurden, sodass ihr Lohn effektiv unter den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde sank. Bei einigen Kurieren war zudem unklar, für welches Unternehmen sie eigentlich tätig waren.

Weitere Verstöße betrafen Fahrer, die sich Fahrzeuge zu überhöhten Preisen von ihren Arbeitgebern mieten mussten, weil sie selbst keine besaßen. In einem Fall arbeitete ein 39-jähriger Türke in Köln ohne gültige Arbeitserlaubnis.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte an, entschlossen gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung in der Branche vorzugehen. Die Ergebnisse der Razzia offenbaren strukturelle Probleme im Paketzustellsektor, die die Behörden nun angehen wollen. Die Zollfahndung ermittelt weiterhin wegen weiterer Verstöße.

Quelle