26 June 2026, 14:12

Bundestag debattiert umstrittene Bauordnung für schnelleren Wohnungsbau

Neuer Baucode zur Hilfe

Bundestag debattiert umstrittene Bauordnung für schnelleren Wohnungsbau

Der Bundestag hat die erste Debatte über eine überarbeitete Bauordnung begonnen, die den Wohnungsbau beschleunigen soll. Der Entwurf sieht Änderungen vor, um Planungsverfahren zu vereinfachen, Abläufe zu digitalisieren und den Bauprozess zu beschleunigen. Abgeordnete aus allen politischen Lagern haben bereits Bedenken geäußert und alternative Schwerpunkte gefordert.

Die novellierte Bauordnung zielt darauf ab, Planung und Bau durch vereinfachte Umweltprüfungen und weniger bürokratische Bürgerbeteiligung zu straffen. Zudem werden digitale Werkzeuge eingeführt, um die Verfahren effizienter und schneller zu gestalten. Das Hauptziel bleibt eindeutig: der zügige Bau neuer Wohnungen.

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Gemeinden sollen nach dem Entwurf mehr Befugnisse erhalten, darunter die Möglichkeit, sogenannte Slum-Immobilien in Fällen extremer Vernachlässigung zu enteignen. Diese Maßnahme soll lokalen Behörden helfen, gegen menschenunwürdige Wohnverhältnisse und verwahrloste Gebäude vorzugehen.

In der Debatte kritisierte Katalin Gennburg von der Linken den Fokus auf schnellen Bau. Angesichts der Klimakrise sei ein Umdenken beim „Bauen, bauen, bauen“-Prinzip nötig, argumentierte sie. Stattdessen plädierte sie für Mietpreisbremse und die Nachnutzung leerstehender Immobilien, um den Wohnraummangel zu bekämpfen.

Kassem Taher Saleh, Bundestagsabgeordneter der Grünen, warf dem Entwurf vor, Umweltstandards und Nachhaltigkeitsvorgaben zu schwächen. Marc Bernhard von der rechtspopulistischen AfD bemängelte, die Reform senke nicht die Baukosten – ein zentrales Problem für viele Bauherren und Wohnungskäufer.

Der überarbeitete Entwurf geht nun in den weiteren Gesetzgebungsprozess. Er verspricht schnellere Wohnungsbauprojekte und erweiterte kommunale Kompetenzen im Umgang mit maroden Gebäuden. Doch der Widerstand aus mehreren Parteien deutet auf mögliche Hürden für die geplante Reform hin.

Quelle