Bundesnetzagentur bestraft Energieunternehmen wegen Strommarkt-Manipulation
Felix HoffmannBundesnetzagentur bestraft Energieunternehmen wegen Strommarkt-Manipulation
Bundesnetzagentur verhängt Bußgelder gegen zwei Energieunternehmen wegen Marktmanipulation
Die deutsche Bundesnetzagentur hat zwei Energieunternehmen wegen der Manipulation des Strommarkts im Juni 2019 mit Geldstrafen belegt. Gegen Energi Danmark und Optimax Energy wurden Bußgelder in Höhe von 200.000 Euro bzw. 175.000 Euro verhängt. Die Strafen folgen einer Untersuchung zu mutmaßlichen „Systemungleichgewichten“ in einer Phase extremer Netzbelastung im gesamten Land.
Der Vorfall ereignete sich im Juni 2019, als das deutsche Stromnetz unter starken Druck geriet. Die Nachfrage stieg unerwartet an, sodass Netzbetreiber vor einer hochkritischen Lage warnten. Ermittler stellten später fest, dass einige Unternehmen Verkaufsangebote platziert hatten, ohne tatsächlich über Strom zu verfügen oder Pläne zu dessen Beschaffung zu haben.
Eine nachträgliche Prüfung deckte eine Schwachstelle im Handelssystem auf: Damals war Ausgleichsenergie günstiger als Strom aus dem regulären Markt, was Anreize für Unternehmen schuf, die Ungleichgewichte auszunutzen. Die Bundesnetzagentur bewertete dies als irreführende Signale über das Marktangebot.
Die Behörde wertete über 100 Millionen Datensätze zum Stromhandel aus. Dies führte zu Sanktionen gegen drei Unternehmen, wobei gegen eines noch ermittelt wird. Fünf weitere Firmen hatten zuvor Verwarnungen erhalten, weil sie vertragliche Verpflichtungen im Zusammenhang mit Systemungleichgewichten nicht erfüllten. Seitdem wurden neue Maßnahmen eingeführt, um ähnliche Vorfälle zu verhindern.
Sowohl Energi Danmark als auch Optimax Energy behalten sich das Recht vor, gegen die Bußgelder Berufung einzulegen. Ein etwaiger Widerspruch würde vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verhandelt.
Die Strafen markieren das Ende einer langwierigen Untersuchung zur Marktmanipulation in einer kritischen Phase für das deutsche Stromnetz. Die Korrekturmaßnahmen der Bundesnetzagentur zielen darauf ab, künftige Verzerrungen im Stromhandel zu verhindern. Über das Ergebnis der Ermittlungen gegen das dritte betroffene Unternehmen steht noch aus.






