Berufsversorgungswerke in der Krise: Millionenverluste und Vertrauensverlust drohen
Julian KleinBerufsversorgungswerke in der Krise: Millionenverluste und Vertrauensverlust drohen
Deutsche Berufsversorgungswerke stecken in einer sich verschärfenden Krise. Hochriskante Anlagen haben die Einrichtungen gezwungen, Verluste in zweistelliger Millionenhöhe abschreiben zu müssen. Besonders in den Fokus geraten ist dabei der Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB).
Der Verband der Berufsversorgungswerke (ABV) hat auf die langjährigen Probleme des VZB hingewiesen. Dazu zählen rechtliche Versäumnisse, wirtschaftliche Ineffizienzen und eine schwache strategische Steuerung. Der ABV-Vorstand drängt nun den Verwaltungsausschuss des VZB zu sofortigem Handeln.
Der Verband warnt, dass öffentliche Streitigkeiten das Vertrauen in das System untergraben. Gleichzeitig betont er, dass die Anlageentscheidungen des VZB über dessen Erholungsfähigkeit entscheiden werden. Um das Vertrauen wiederherzustellen, hat der ABV ein neues Zertifizierungssystem für Berufsversorgungswerke eingeführt. Dieses verlangt geprüfte Jahresabschlüsse und Stresstests.
Zudem fordert der ABV eine schnellere Vorlage der Finanzberichte des VZB für die Jahre 2024 und 2025. In einem Schreiben räumt der Verband ein, dass die berufsständischen Versorgungswerke frühere Krisen bisher aus eigener Kraft bewältigt hätten.
Der ABV befürchtet, dass der Fall VZB eine breitere Debatte über die Altersvorsorge freiberuflich Tätiger auslösen könnte. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, das System zu stabilisieren und weiteren Schaden abzuwenden. Durch das Zertifizierungsverfahren und strengere Fristen sollen Transparenz und Verantwortung gestärkt werden.
