Berliner Staatsanwalt und Chirurgin wegen Steuerbetrugs und Machtmissbrauchs angeklagt
Julian KleinBerliner Staatsanwalt und Chirurgin wegen Steuerbetrugs und Machtmissbrauchs angeklagt
Ein Berliner Staatsanwalt sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt, weil er angeblich in einen Umsatzsteuerbetrug verwickelt war – gemeinsam mit einer Plastischen Chirurgin. Die Ärztin soll Steuern hinterzogen haben, indem sie Bargeldzahlungen für medizinische Leistungen verschleierte. Den Ermittlungsbehörden zufolge missbrauchte der Staatsanwalt seine Position, um ihre illegalen Machenschaften zu unterstützen.
Die Fachärztin für rekonstruktive Chirurgie soll über Jahre hinweg undeklarierte Bargeldzahlungen für ihre Behandlungen angenommen haben. Zwischen 2018 und 2020 habe sie diese Einnahmen nicht den Finanzbehörden gemeldet, wodurch dem Fiskus ein Schaden von rund 62.000 Euro entstand.
Dem Staatsanwalt wird vorgeworfen, unbefugt auf die Datenbank der Berliner Staatsanwaltschaft zugegriffen zu haben. Er soll vertrauliche Patientendaten abgerufen und der Ärztin übermittelt haben, um ihr bei der Eintreibung ausstehender Forderungen zu helfen. Zudem wirft ihm die Anklage vor, für sie Bargeld verwahrt und verwaltet zu haben – teils in seiner Wohnung versteckt, teils für private Ausgaben wie Urlaube, Drogen und andere Dienstleistungen verwendet zu haben.
Um die Herkunft des Geldes zu verschleiern, soll er Gegenwerte von seinem eigenen Konto auf das Privatkonto der Ärztin überwiesen haben. In der Anklageschrift heißt es, diese Handlungen hätten das öffentliche Vertrauen in die Integrität und Unparteilichkeit der Strafverfolgungsbehörden schwer beschädigt.
Durch das System entstand dem Staat ein Steuerschaden von etwa 62.000 Euro. Sowohl die Ärztin als auch der Staatsanwalt müssen sich nun wegen ihrer mutmaßlichen Verstrickung vor Gericht verantworten. Der Fall zeigt, wie offizielle Daten und Finanzsysteme für persönliche Bereicherung missbraucht werden können.
