Belarussischer Neujahrsempfang in Polen: Budgetkürzungen und Streit um Gästeliste
Felix HoffmannBelarussischer Neujahrsempfang in Polen: Budgetkürzungen und Streit um Gästeliste
Die traditionelle Neujahrsempfang für Belarusen, eine langjährige Initiative des früheren polnischen Präsidenten Andrzej Duda, fand in diesem Jahr unter strengerem Budgetdruck statt. Die Veranstalter kürzten die Gästeliste deutlich, was zu Kontroversen über die Auswahlkriterien führte. Der Empfang, der regelmäßig politische Führungskräfte, Wirtschaftseliten und Kulturschaffende zusammenbringt, räumte diesmal besonders den erst kürzlich freigelassenen politischen Gefangenen Priorität ein.
Die Vorbereitungen, einschließlich des kulturellen Programms, wurden vom Büro für Belarussische Nationale Wiedergeburt unter der Leitung von Irena Katsialovich und Pavel Barkouski koordiniert. Traditionell wird die Gästeliste gemeinsam von polnischen und belarussischen Vertretern erstellt, wobei Polen das letzte Wort über die Teilnehmer behält.
In diesem Jahr stand der Auswahlprozess besonders in der Kritik, nachdem Aleś Dzikavitski, ehemaliger Chef des Senders Belsat, seine anfängliche Nichtberücksichtigung öffentlich scharf kritisiert hatte. Nach seiner Beschwerde revidierten die Organisatoren ihre Entscheidung und luden ihn doch ein. Gleichzeitig strichen polnische Behörden zwei von belarussischer Seite vorgeschlagene Persönlichkeiten: Ivan Krautsou, ein Mitglied des Wahlkampfteams von Viktar Babaryka aus dem Jahr 2020, sowie den Politikwissenschaftler Pavel Usau.
Ein besonderer Fokus lag diesmal auf den kürzlich entlassenen politischen Gefangenen, die bei der Einladungspolitik Vorrang erhielten. Trotz der Betonung prominenter Gäste führte die Sparpolitik zu einer deutlich kleineren Veranstaltung als in den Vorjahren.
Der Empfang fand mit reduzierter Teilnehmerzahl und erhöhter Aufmerksamkeit für den Auswahlprozess statt. Dzikavitskis nachträgliche Einladung folgte auf öffentliche Proteste, während andere vorgeschlagene Namen ausgeschlossen blieben. Die Veranstaltung behielt zwar ihre symbolische Bedeutung als Begegnungsort für belarussische und polnische Persönlichkeiten, stand jedoch unter schärferer finanzieller und politischer Kontrolle.






