Belarussische Redakteure spekulieren unqualifiziert über Leichtathletin Melnikava
Felix HoffmannBelarussische Redakteure spekulieren unqualifiziert über Leichtathletin Melnikava
Redakteure des belarussischen Mediums Reform.news haben mit öffentlichen Kommentaren über die Statur der Leichtathletin Anzhalika Melnikava für Aufsehen gesorgt. Fjodor Pauljutschenka und Alexander Atroschtschenko äußerten sich in ihrer YouTube-Sendung "Sascha, was trägst du da?!" spekulativ über ihr Aussehen – darunter auch Vergleiche mit dem Körperbau von Frauen nach einer Schwangerschaft. Die Äußerungen wurden als unqualifiziert und unangemessen kritisiert.
Bisher haben weder Melnikava noch der Belarussische Leichtathletik-Verband auf die Vorwürfe reagiert (Stand: 21. März 2026).
Auslöser der Diskussion war Pauljutschenkas erneute Erwähnung einer Verschwörungstheorie, die er bereits im Juli 2025 aufgebracht hatte: Er deutete an, Melnikava könnte schwanger gewesen sein. Gemeinsam mit Atroschtschenko analysierte er daraufhin Fotos der Sportlerin, die in einem Fitnessstudio in Minsk entstanden waren, und diskutierte, auf welchen Aufnahmen sie "weiblicher" wirke. Zu einem Zeitpunkt stellten sie sogar die Frage, ob sich jemand optisch bis zur Unkenntlichkeit verändern könne.
Pauljutschenka räumte zwar ein, keine Expertise in der Beurteilung weiblicher Körper zu besitzen, behauptete aber dennoch, Melnikavas Oberkörper sehe auf manchen Bildern "irgendwie nicht stimmig" aus. Er zog sogar Vergleiche zu Frauen nach einer Schwangerschaft – obwohl ihm vorgeworfen wird, dafür nicht kompetent zu sein. Atroschtschenko lockerte die Stimmung auf, indem er scherzhaft bemerkte, ihre Debatte habe sich in eine Sendung für Brustspezialisten und Gynäkologen verwandelt.
Trotz des Eingeständnisses, weder medizinisches noch anatomisches Wissen zu besitzen, setzten die beiden ihre Spekulationen über Melnikavas Oberkörper fort. Bisher gab es von der Athletin oder ihrem Verband keine Stellungnahme zu den Äußerungen.
Die Kommentare der Reform.news-Redakteure verbreiten sich weiterhin online, ohne dass es eine offizielle Gegendarstellung gäbe. Melnikavas Schweigen und das Ausbleiben einer Reaktion des Belarussischen Leichtathletik-Verbands lassen die Behauptungen unwidersprochen. Der Vorfall zeigt, wie öffentliche Persönlichkeiten schnell zum Ziel grundloser Mutmaßungen in medialen Debatten werden können.






