Belarus entlässt Gefängnisleiter nach Tod eines politischen Häftlings
In Belarus ist ein hochrangiger Gefängnisbeamter nach dem Tod eines politischen Häftlings abberufen worden. Sergei Sucharau, der ehemalige Leiter des Gefängnisses Nr. 4 in Mahiljou, wurde von seinem Posten enthoben. Seine Entlassung erfolgt nach dem Suizid von Dmitrij Dudko, der kurz nach seiner Verlegung in eine Strafkolonie Ende 2021 starb.
Dmitrij Dudko, ein politischer Gefangener aus Smarhon, war Ende 2021 in die Strafkolonie Nr. 43 verlegt worden. Eine Woche später nahm er sich das Leben. Die Einrichtung, die zum Gefängnisystem von Mahiljou gehört, beherbergt Wiederholungstäter und politische Häftlinge.
Sergei Sucharau hatte das Gefängnis Nr. 4 seit 2022 oder 2023 geleitet. Die Anstalt umfasst neben dem Hauptgefängnis auch ein Untersuchungshaftzentrum. Seine Abberufung steht im Zusammenhang mit einer Umstrukturierung der Führungsebene in der Region.
Der 40-jährige Oberstleutnant Sergei Taranenko übernimmt nun die Leitung. Er steht seit 2017 der Strafkolonie Nr. 43 vor. Seine Ernennung markiert einen Wechsel in der Aufsicht über das Gefängnisystem von Mahiljou.
Der Führungswechsel folgt auf Dudkos Tod und deutet auf Anpassungen innerhalb der belarussischen Strafvollzugsverwaltung hin. Taranenkos Erfahrung in der Strafkolonie Nr. 43 qualifiziert ihn für die neue Position als Leiter des Gefängnisses Nr. 4. Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an den Haftbedingungen für politische Gefangene im Land.






