Bahnstrecke Langwedel–Uelzen wird bis 2030 grundlegend modernisiert – mehr Züge, aber längere Wartezeiten
Amelie FrankeBahnstrecke Langwedel–Uelzen wird bis 2030 grundlegend modernisiert – mehr Züge, aber längere Wartezeiten
Strecke Langwedel–Soltau–Uelzen: Großmodernisierung im Rahmen des Projekts Hamburg/Bremen–Hannover
Die Bahnstrecke zwischen Langwedel, Soltau und Uelzen steht vor umfassenden Modernisierungsmaßnahmen im Zuge des übergeordneten Vorhabens Hamburg/Bremen–Hannover. Die Bauarbeiten sollen Mitte der 2030er-Jahre beginnen und zielen darauf ab, die Kapazitäten für Personen- und Güterverkehr bis 2030 deutlich zu erhöhen. Zwar verspricht die Aufwertung der Strecke Verbesserungen, doch bleiben Bedenken hinsichtlich längerer Wartezeiten an Bahnübergängen – insbesondere in Orten wie Munster, wo bereits jetzt Verspätungen von bis zu 15 Minuten an der Tagesordnung sind.
Sämtliche bestehenden Bahnübergänge entlang der Strecke bleiben erhalten, mit Ausnahme eines kleineren Übergangs in Soltau. Wie die DB InfraGO bestätigt hat, werden die Schranken nicht vollständig barrierefrei gestaltet, da die Zuggeschwindigkeiten unter 160 km/h bleiben. Allerdings erhalten die Übergänge moderne digitale Stellwerke und eine ETCS-Stufe-2-Steuerung, um Sicherheit und Effizienz zu steigern.
Auf dem Abschnitt Langwedel–Uelzen sind eine Elektrifizierung, neue Überholgleise sowie eine Geschwindigkeitserhöhung auf 100 km/h geplant. Zwar könnten die digitalen Aufrüstungen zunächst die Schließzeiten der Schranken verkürzen, doch die Zunahme des Zugverkehrs könnte für Straßenverkehrsteilnehmer insgesamt längere Wartezeiten bedeuten. Anwohner in der Nähe der Strecke äußern zudem Sorgen wegen Lärmbelastung und Bauarbeiten.
Detaillierte Projektunterlagen, darunter Lagepläne, Lärmkarten und eine virtuelle Streckenbegehung, sind auf der Website der DB InfraGO einsehbar. Die Erweiterung der sogenannten Amerikalinie ist Teil einer größeren Initiative, um bis zum Ende des Jahrzehnts mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.
Die Modernisierung der Strecke Langwedel–Uelzen wird schnellere Züge und ein dichteres Angebot bringen, doch müssen sich die lokalen Gemeinden auf Jahre der Baustellen und mögliche Verzögerungen an den Übergängen einstellen. Durch digitale Aufrüstungen und Elektrifizierung soll die Kapazität des Schienenverkehrs zwar steigen – die vollen Auswirkungen auf die Anwohner werden sich jedoch erst zeigen, wenn die Arbeiten Mitte der 2030er-Jahre tatsächlich beginnen.






