Aysha Rafaele bricht mit Rache: Mord auf der Heide Tabus und Konventionen
Elias KochAysha Rafaele bricht mit Rache: Mord auf der Heide Tabus und Konventionen
Die preisgekrönte Filmemacherin Aysha Rafaele geht mit ihrer Arbeit einen mutigen neuen Weg. Ihr aktuelles Projekt Rache: Mord auf der Heide feiert am kommenden Sonntag auf Channel 4 Premiere. Das Drama basiert auf dem realen Mordfall an Gagandip Singh, einem sikhistischen TV-Manager, der vor seinem Tod der sexuellen Nötigung beschuldigt worden war.
Die zweiteilige Serie mit Asim Chaudhry und Laila Rouass in den Hauptrollen erzählt die Ereignisse nach, die 2007 zu Singhs Ermordung führten. Eine Gruppe um Mundill Mahil und Ravi Shoker lockte ihn auf die Hampstead Heath, wo er erstochen wurde. Rafaele, die das Drama schrieb, inszenierte und produzierte, sieht jede Figur zugleich als Täter und Opfer – und lehnt einfache Schwarz-Weiß-Zuordnungen ab.
Rafaele hat ihre Strategie geändert: Statt sich an Drama-Redaktionen wendet sie sich nun direkt an Dokumentarfilm-Teams. Dieser Schritt verschafft ihr mehr künstlerische Freiheit und beschleunigt die Entwicklung. Doch trotz ihrer Erfolge – darunter der aktuelle Hit Schmutzige Geschäfte über den Wasser- und Abwasserskandal – hat sie weiterhin Schwierigkeiten, Geschichten über die britisch-asiatische Community zu realisieren.
Ihre Frustration sitzt tief. Seit ihrem BAFTA-prämierten Drama Von meinem Vater ermordet (2017) hatte sie sich mehr Vielfalt auf dem Bildschirm erhofft. Doch sie gibt zu, dass sich kaum etwas verändert hat – den Fortschritt der letzten Jahre bezeichnet sie als „absolut gleich null“. Rache wird am Sonntagabend auf Channel 4 ausgestrahlt. Das Drama ist ein weiteres hochkarätiges Projekt für Rafaele, die weiterhin für unterrepräsentierte Geschichten kämpft. Doch ihr Einsatz für mehr Diversität in britischen Dokumentardramen bleibt eine anhaltende Herausforderung.






