Apothekensterben in NRW: Warum immer mehr Patienten ohne Versorgung dastehen
Elias KochApothekensterben in NRW: Warum immer mehr Patienten ohne Versorgung dastehen
Ein Apotheker vor Ort hat sich mit einem Landespolitiker getroffen, um auf die wachsende Krise in der Apothekenversorgung aufmerksam zu machen. Dr. Gregor Lohmann sprach mit dem CDU-Abgeordneten Fabian Schrumpf über Schließungen, finanzielle Belastungen und Versorgungslücken in der Notfallversorgung. Das Gespräch findet statt, während Proteste gegen stagnierende Fördermittel und eine verschlechterte Patientenversorgung drohen.
Seit 2010 hat Nordrhein-Westfalen fast ein Viertel seiner Apotheken verloren. Die Zahl sank von 4.673 auf 3.510, wobei allein 2025 97 Apotheken schließen mussten – bei nur zwölf Neueröffnungen. Besonders betroffen sind ländliche Regionen und strukturschwache Städte, aber auch städtische Bezirke wie Essen. In einigen Vierteln müssen Patienten mittlerweile weitere Wege für Nacht- und Notdienste in Kauf nehmen, da vor Ort keine Apotheken mehr vorhanden sind.
Lohmann betonte, dass faire Vergütungen für Rezeptabgaben entscheidend seien, um die Betriebe über Wasser zu halten. Ohne bessere Bezahlung drohten sinkende Löhne für das Personal und eine Verschlechterung der Patientenversorgung, warnte er. Schrumpf, der als Landesvertreter nur begrenzten Spielraum hat, versprach, die Anliegen auf Bundesebene vorzutragen. Zudem unterstützte er die geplanten Proteste und bezeichnete sie als notwendig, um Reformen bei den Gebühren durchzusetzen.
Thema des Gesprächs waren auch die zunehmend isolierten "Solitär-Apotheken" – also jene, die als einzige Versorger in einer Stadt übrig bleiben. Ihre Zahl ist im letzten Jahrzehnt um fast 80 Prozent gestiegen und macht Gemeinden anfälliger für Versorgungsengpässe.
Die Diskussionen unterstreichen die Belastung, unter der Apotheken in der gesamten Region leiden. Angesichts beschleunigter Schließungen und ausbleibender finanzieller Verbesserungen sind sich Lohmann und Schrumpf einig: Es muss dringend gehandelt werden. Öffentliche Aufmerksamkeit und politischer Druck gelten nun als Schlüssel, um fairere Vergütungen durchzusetzen und die lokale Gesundheitsversorgung zu sichern.