27 April 2026, 13:02

Apothekenreform scheitert an Widerstand aus Politik und Branche

Plakat mit Text über Preisunterschiede von Big Pharma, begleitet von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Apothekenreform scheitert an Widerstand aus Politik und Branche

Geplante Apothekenreform in Deutschland stößt auf heftigen Widerstand

Die von der Bundesregierung vorgeschlagene Apothekenreform sieht sich mit scharfer Kritik von Politikern und Branchenvertretern konfrontiert. Gegner werfen den aktuellen Plänen vor, zentrale Probleme wie Finanzierungslücken und ungleiche Wettbewerbsbedingungen nicht ausreichend zu berücksichtigen. Ohne Nachbesserungen, so die Warnung, könnte das Überleben vieler lokaler Apotheken auf dem Spiel stehen.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die ausbleibende Erhöhung der Festzuschläge auf 9,50 Euro – eine Forderung, die viele als unverzichtbar ansehen. Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU, hat sich öffentlich hinter diese Position gestellt. Zudem forderte er ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, um faire Rahmenbedingungen zwischen Online- und Präsenzapotheken zu schaffen.

Die Apothekerin und Ausschussmitglied Carolina Trautner betonte die Notwendigkeit stabiler und verlässlicher Apotheken vor Ort. Gemeinsam mit Seidenath drängt sie auf eine grundlegende Überarbeitung des Reformvorhabens. Beide Politiker sind überzeugt, dass eine stärkere Unterstützung der lokalen Apotheken entscheidend ist, um die flächendeckende Arzneimittelversorgung langfristig zu sichern.

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Ein weiterer Streitpunkt ist der Vorschlag, dass Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) Apotheken eigenständig leiten dürfen. Kritiker wie Bernd Stocker vom Großhändler Noweda warnen vor zusätzlichem wirtschaftlichen Druck und einem Rückgang junger Apotheker, die in den Beruf einsteigen. Stocker machte deutlich, dass ohne bessere Finanzierung und klarere Regelungen viele Apotheken eine ungewisse Zukunft droht.

Die Reformgegner pochen auf gleiche Wettbewerbsregeln für alle Apotheken sowie auf die Erhöhung der Zuschläge, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ohne diese Änderungen, so ihre Argumentation, seien sowohl die Arzneimittelversorgung als auch das Fortbestehen lokaler Apotheken gefährdet. Bisher hat die Regierung auf die wachsenden Forderungen nach einer Überarbeitung noch nicht reagiert.

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