Apotheken setzen auf Sofortzahlungen, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken
Julian KleinApotheken setzen auf Sofortzahlungen, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken
Apotheken in ganz Deutschland setzen zunehmend auf vorzeitige Auszahlungen von Rezeptforderungen, um ihre Liquidität zu sichern. Steigende Kosten und hochpreisige Medikamentenverordnungen zwingen viele Betreiber, nach alternativen Finanzierungslösungen zu suchen. Die Abrechnungsstellen reagieren mit wettbewerbsfähigen Modellen, um den Druck auf die Unternehmen zu verringern.
Katja Frey, Vertriebsleiterin bei der ARZ Haan, verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Vorfinanzierungen. Mit dem Premium-Paket FlexZahlungBusiness bietet das Unternehmen eine tägliche Gebühr von 0,02 Prozent – ohne Überweisungskosten für vorzeitige Zahlungen.
Auch andere Anbieter wie Noventi haben ähnliche Programme im Portfolio. Hier setzen sich die Gebühren aus einem Festzins von 0,018 Prozent sowie einem variablen Aufschlag zusammen, der an den Ein-Monats-Euribor der Deutschen Bundesbank gekoppelt ist und täglich angepasst wird.
Die Konditionen und Laufzeiten dieser Finanzierungsoptionen variieren stark. Jeder Apothekeninhaber verhandelt individuell, um eine wirtschaftlich tragfähige Lösung zu finden. Die Abrechnungsstellen gestalten ihre Modelle bewusst so, dass sie günstigere Zinsen als klassische Banken bieten – und helfen den Apotheken damit, Liquiditätsengpässe zu vermeiden.
Denn hochpreisige Rezepte machen mittlerweile bis zu 40 Prozent des gesamten Verordnungsvolumens aus und stellen die Betreiber täglich vor Liquiditätsherausforderungen. Die vorzeitige Auszahlung der Forderungen verschafft den Apotheken schnelleren Zugang zu dringend benötigten Mitteln. Der Trend spiegelt den wachsenden Bedarf an flexiblen Finanzlösungen in der Branche wider.
