Alan Greenspan – ein Wirtschaftsgigant zwischen Ruhm und Kritik stirbt
Felix HoffmannAlan Greenspan – ein Wirtschaftsgigant zwischen Ruhm und Kritik stirbt
Alan Greenspan, der langjährige Vorsitzende der US-Notenbank (Federal Reserve), ist verstorben. Seine 18,5-jährige Amtszeit umfasste sowohl republikanische als auch demokratische Regierungen und prägte ihn zu einer Schlüsselfigur der amerikanischen Wirtschaftspolitik.
Greenspan führte die Federal Reserve durch vier verschiedene Präsidentschaften hindurch. Seine Arbeit genoss bei Vertretern beider großer Parteien breite Anerkennung. Er galt als verlässliche Stütze in wirtschaftlich turbulenten Zeiten und als überzeugter Verfechter freier Märkte.
Bekannt wurde auch seine Art, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge zu erklären. Viele Amerikaner empfanden seine Reden als beruhigend, mitunter aber auch als amüsant. Manche, wie der Leser Paul Bloustein, verglichen seinen umständlichen Stil sogar mit dem des ehemaligen Managers der New York Mets, Casey Stengel.
Später räumte Greenspan selbst ein, die Risiken der Immobilienblase unterschätzt zu haben. Kritiker machten seine deregulierungspolitische Haltung mitverantwortlich für die Finanzkrise 2008. Sein Nachruf in der Los Angeles Times griff diese Vorwürfe auf.
Greenspans Vermächtnis bleibt ambivalent: Einerseits wird ihm die Förderung wirtschaftlicher Stabilität und die erfolgreiche Krisenbewältigung zugeschrieben. Andererseits prägt seine Rolle im Zusammenhang mit dem Absturz 2008 bis heute die historische Bewertung seiner Amtszeit.
